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Türken toben: BVB im Shitstorm

Auf Twitter bricht derzeit ein Shitstorm über den BVB herein. Nationalistische Türken und Deutsche türkischer Abstammung, die politisch dem Erdogan-Lager nahestehen,empören sich in zum Teil drastischen Worten über ein Banner, das beim Heimspiel des BVB gegen die Frankfurter Eintracht in der Südkurve hochgehalten wurde. Der Bannertext war eine simple Solidaritätsbotschaft an die kurdischen YPG-Einheiten, die die Stadt Afrin im kurdischen Teil Syriens gegen Einheiten des türkischen Militärs verteidigen. Die türkische Armee ist vor einigen Wochen auf syrisches Gebiet eingedrungen und geht dort gegen die mit den USA verbündeten kurdischen Milizen vor. Der Einsatz bewegt sich in einer rechtlichen Grauzone. Die Bundesregierung prüft derzeit, ob und, falls ja, inwieweit er von geltendem internationalen Recht gedeckt ist. Die Regierung Erdoğan wift der YPG vor, sie sei mit der in der Türkei verbotenen PKK verbündet. Die Türkei fürchtet, dass die Kurden im benachbarten Syrien einen unabhängigen Staat aufbauen könnten und will diesen mit aller Macht verhindern. Nationalistische Kreise in der Türkei verstehen Syrien, das bis zum Ende des Ersten Weltkrieges Teil des von den Allierten zerschlagenen osmanischen Reichs war, nach wie vor auch als zur türkischen Einflusssphäre gehörig. Der Shitstorm auf Twitter wird auch von türkischen BVB-Fans getragen, die dem Verein offen ihre Unterstützung entziehen, während Fans von türkischen Fußballvereinen BVB- Anhängern mit offener Gewalt drohen, sollte es jemals zu einem Zusammentreffen des BVB mit einem ihrer Vereine kommen. Der türkische Militäreinsatz gegen die Kurden im benachbarten  Syrien hatte die Dortmunder allerdings schon vor der Fanaktion beschäftigt. Anfang März nämlich hatte der in Lüdenscheid geborene BVB-Fußballer und türkische Nationalspieler Nuri Șahin die Offensive gegen die syrischen Kurden mit einem Tweet kommentiert, in dem er den türkischen „…Märtyrern, die in Afrin ihr Leben verloren haben….“ Gottes Barmherzigkeit und den Verwundeten schnelle Genesung wünscht. Für die von türkischen Militärs getöteten kurdischen Zivilisten, darunter Frauen und Kinder, hat der deutsche Bundesligaspieler hingegen kein Wort des Beileids übrig.

 

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