{"id":297,"date":"2026-07-07T16:25:38","date_gmt":"2026-07-07T16:25:38","guid":{"rendered":"https:\/\/muzikquest.de\/?p=297"},"modified":"2026-07-07T16:27:48","modified_gmt":"2026-07-07T16:27:48","slug":"altamont-1969-das-schnelle-ende-der-woodstock-nation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/muzikquest.de\/index.php\/2026\/07\/07\/altamont-1969-das-schnelle-ende-der-woodstock-nation\/","title":{"rendered":"Altamont 1969 &#8211; Das schnelle Ende der Woodstock-Nation"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Am 6. Dezember 1969 starb der junge Meredith Hunter auf dem Speedway-Gel\u00e4nde im kalifornischen Altamont, niedergestochen von einem Hells Angel. Die Begleitmusik spielten die Rolling Stones. Sein Tod war \u00f6ffentlich, er wurde fotografiert, gefilmt und sp\u00e4ter in Kinos und Fernsehprogrammen vorgef\u00fchrt. Er markierte das Ende einer fl\u00fcchtigen Vision, romantisiert als der Sommer der Liebe.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Sommer des Jahres 1969 ging in die Folklore der Pop- und Jugendkultur des vergangenen Jahrhunderts als der letzte \u201aSommer der Liebe\u2018 ein, dessen H\u00f6hepunkt das chaotische Woodstock-Festival war (der eigentliche und erste Sommer der Liebe, von Scott McKenzie in seinem schw\u00fclstigen Schlager \u201aSan Francisco\u2018 besungen, war der Sommer 1967). Das Ende der Hippietr\u00e4ume von \u201eFriede, Freude, Haschischkuchen\u201c kam schon am Nikolaustag desselben Jahres. Zu Grabe getragen wurden sie auf einer trostlosen Speedway-Rennbahn in Altamont, nahe der kalifornischen Metropole und Hippie-Hochburg San Francisco. Zu den Totengr\u00e4bern geh\u00f6rten in unheiliger Allianz die Rolling Stones ebenso wie kalifornische Hells Angels, die Grateful Dead und vor allem Festivalorganisatoren, die ihrer Aufgabe erschreckend wenig gewachsen waren. Altamont war das b\u00f6se Erwachen aus der Utopie, die erste Ahnung, dass das Paradies eben doch nicht auf Erden zu finden ist.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"655\" src=\"https:\/\/muzikquest.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Rolling_Stones_concert_at_Altamont_1969_55-1024x655.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-300\" srcset=\"https:\/\/muzikquest.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Rolling_Stones_concert_at_Altamont_1969_55-1024x655.jpg 1024w, https:\/\/muzikquest.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Rolling_Stones_concert_at_Altamont_1969_55-300x192.jpg 300w, https:\/\/muzikquest.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Rolling_Stones_concert_at_Altamont_1969_55-768x491.jpg 768w, https:\/\/muzikquest.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/Rolling_Stones_concert_at_Altamont_1969_55.jpg 1400w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer die urspr\u00fcngliche Idee hatte, in der kalifornischen Metropole San Francisco ein riesiges Open-Air-Festival aufzuziehen, ist bis heute nicht ganz klar. Waren es tats\u00e4chlich die Rolling Stones selbst, die sich ihr eigenes Woodstock g\u00f6nnen wollten, oder doch eher ihr Management? Waren die Grateful Dead die eigentlichen Initiatoren? Sicher ist jedoch, dass die Organisatoren das Konzert urspr\u00fcnglich im Golden Gate Park im Herzen der Hippie-Metropole San Francisco durchziehen wollten. Doch die Stadtverwaltung verweigerte die Genehmigung. Also wurde als N\u00e4chstes das Gel\u00e4nde des Sears Point Raceways (der heutige Sonoma Raceway) im kalifornischen Sonoma County ins Auge gefasst. Am Ende erhielten sie aber nach z\u00e4hen Verhandlungen vom Betreiber der Rennbahn eine Absage, begr\u00fcndet mit der Sorge vor potenziellen Sch\u00e4den an der Anlage und Unmut \u00fcber die als unzureichend empfundenen finanziellen Sicherheitsleistungen. Nach dem negativen Bescheid blieben den Organisatoren ganze zwei Tage, um einen neuen Veranstaltungsort zu finden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Zeit dr\u00e4ngte, denn Radio- und Fernsehstationen bewarben das Konzert landesweit seit Tagen als \u201aWoodstock des Westens\u2018 und Tausende von Fans aus allen Teilen der USA hatten sich bereits auf den Weg nach Kalifornien gemacht. Angek\u00fcndigt war mit Santana, Crosby Stills Nash &amp; Young, den Grateful Dead, Jefferson Airplane, The Flying Burrito Brothers und den Rolling Stones ein Aufgebot von hochkar\u00e4tigen Rockstars der Dekade, entsprechend enorm war die Zugkraft dieses Konzerts. Die Stones bekamen von der dramatischen Zuspitzung anfangs kaum etwas mit. Abgeschirmt von der Welt, arbeiteten sie in einem Studio in Alabama an neuem Material.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf dem H\u00f6hepunkt des Chaos kam Dick Carter, der gierige Betreiber einer abgetakelten Autorennbahn in Altamont, ins Spiel und bot diese als Ausweichort an. Trotz aller Bedenken nahmen die Organisatoren notgedrungen das Angebot an. Die Alternative, eine Absage des Konzerts in letzter Sekunde, erschien noch schlimmer.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"394\" src=\"https:\/\/muzikquest.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/rolling-stones-altamont-1969-17.webp\" alt=\"\" class=\"wp-image-301\" srcset=\"https:\/\/muzikquest.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/rolling-stones-altamont-1969-17.webp 700w, https:\/\/muzikquest.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/rolling-stones-altamont-1969-17-300x169.webp 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Chip Monck, der technische Direktor der Rolling Stones w\u00e4hrend der gesamten US-Tournee der Band, hatte mit seiner Crew bereits die B\u00fchne und das PA-System in Sears Point aufgebaut, als er von der Verlegung des Konzertes nach Altamont erfuhr. In Windeseile musste alles wieder abgebaut und auf Lkws verladen werden, die sich dann unverz\u00fcglich auf den Weg nach Altamont machten. Seinen ersten Eindruck vom Speedway-Gel\u00e4nde sollte er sp\u00e4ter so schildern: \u201eAls ich in Altamont ankam, sah ich, dass es auf dem Gel\u00e4nde nicht einmal Toiletten gab. Absperrz\u00e4une fehlten ebenso. Das Gel\u00e4nde war offen f\u00fcr jedermann, es gab keine abgegrenzten Backstage-Areale, keine Duschen, nichts.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Tony Funches, Chef des pers\u00f6nlichen Security-Teams der Rolling Stones f\u00fcr die Dauer ihrer USA-Tournee, war ebenfalls entsetzt. In Gerard van der Leuns Buch \u201aLet It Bleed\u2018 erinnert er sich: \u201eAls wir ankamen, fanden wir lediglich einige abgetakelte Wohnwagen vor, die als Garderoben dienen sollten. Keine Barrieren, keine Absperrungen, das Areal war unm\u00f6glich abzusichern. Mein erster Gedanke war: Diese Motherfucker m\u00fcssen von allen guten Geistern verlassen sein! Was ich vorfand, war der Anfang einer Katastrophe, eine, die kaum noch abzuwenden war. Alles, was ich in dieser Situation tun konnte, war, mich auf meine Hauptaufgabe, den Schutz der Musiker, zu konzentrieren und ansonsten zu hoffen, dass es schon irgendwie gut gehen w\u00fcrde.\u201c<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"600\" height=\"429\" src=\"https:\/\/muzikquest.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/rolling-stones-altamont-1969-7.webp\" alt=\"\" class=\"wp-image-304\" srcset=\"https:\/\/muzikquest.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/rolling-stones-altamont-1969-7.webp 600w, https:\/\/muzikquest.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/rolling-stones-altamont-1969-7-300x215.webp 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a><\/a> Das Autorenteam des Rolling Stone, das die Geschehnisse in und rund um Altamont akribisch aufgerollt und seine Recherchen 1970 als Dokumentation ebenfalls unter der \u00dcberschrift \u201aLet it Bleed\u2018 ver\u00f6ffentlicht hatte, machte am Ende als Haupt- aber nicht Alleinschuldige f\u00fcr das Desaster die Rolling Stones und die v\u00f6llige Inkompetenz der Organisatoren vor Ort verantwortlich. Was die Rolling Stones angeht, ist diese Einsch\u00e4tzung zumindest fragw\u00fcrdig. Die Musiker waren an der Planung des Festivals kaum beteiligt, nicht zuletzt, weil sie selbst sich zur Zeit der Vorbereitung im Studio befanden und mit Aufnahmen besch\u00e4ftigt waren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber, auch das wurde nicht nur den Autoren schnell klar, es waren mehr als nur Inkompetenz und britische Rockstar-Hybris, die Altamont vom Nikolausfest zum Albtraum-Festival werden lie\u00dfen. Vor allem waren es die v\u00f6llige Missachtung des Publikums und seiner fundamentalsten Bed\u00fcrfnisse sowie eine str\u00e4fliche Fehleinsch\u00e4tzung der als Ordner eingesetzten Hells Angels, die das Festival so spektakul\u00e4r scheitern lie\u00dfen. Wie schon in Woodstock, wurde auch in Altamont das Publikum von fast allen ma\u00dfgeblich Beteiligten als blo\u00dfe Staffage f\u00fcr einen geplanten Konzertfilm betrachtet, der nach M\u00f6glichkeit noch vor dem Woodstock-Film in die Kinos kommen sollte. Das Publikum, so die Idee, sollte m\u00f6glichst zahlreich und vor allem gut drauf sein. Es war verantwortlich f\u00fcr Applaus und good vibrations. Das war&#8217;s. \u00dcberfl\u00fcssige Komfortleistungen wie ausreichende Toilettenanlagen, Verpflegung oder Park- und Campingm\u00f6glichkeiten waren entweder gar nicht oder nur so nebenbei und dann heillos unzureichend eingeplant.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Rolling Stones waren Free Concerts nichts grunds\u00e4tzlich Neues. Die Band hatte bereits am 5. Juli 1969 im Londoner Hyde Park ein freies Konzert vor mehr als 500.000 Zuschauern gegeben, f\u00fcr welches sie das Londoner Chapter der Hells Angels als Ordner verpflichtet hatte. Die bei diesem Konzert gemachten Erfahrungen mit den Hells Angels waren gut, sodass weder die Band noch ihr Management Grund zur Sorge sahen, als die Angels f\u00fcr Altamont angeheuert wurden. Noch weniger Anlass zur Sorge sahen sie, weil die Grateful Dead, die ma\u00dfgeblich an der Planung und Umsetzung des Altamont Free Concerts beteiligt gewesen waren, seit Langem freundschaftliche Beziehungen zum San Francisco-Chapter der Hells Angels unterhielten und dessen Mitglieder oft als Ordner f\u00fcr die eigenen Konzerte einsetzten. Dass das milit\u00e4risch-straff organisierte und in vielf\u00e4ltige kriminelle Aktivit\u00e4ten involvierte Oakland Chapter der Hells Angels, das f\u00fcr Altamont angeheuert wurden, ein ganz anderes und ungleich gewaltt\u00e4tigeres Kaliber waren als die Biker vom gerade erst gegr\u00fcndeten Londoner Ableger oder die den Hippies nahestehenden San Francisco-Angels, hatten weder die Grateful Dead noch die Rolling Stones zu dem Zeitpunkt v\u00f6llig realisiert. Was sich als einer von vielen folgenschweren Irrt\u00fcmern erweisen sollte. Ein weiterer Fehler war es sicherlich, die Hells Angels statt mit Barem mit Bier zu entlohnen. J<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Atmosph\u00e4re auf dem Terrain glich zunehmend dem Albtraum-Szenario eines Horrortrips. Sam Cutler, der Tourmanager der Rolling Stones, flog mit der Band im Hubschrauber zum Gel\u00e4nde, auf dem sich mittlerweile eine gigantische Menschenmasse versammelt hatte und beschrieb seine ersten Eindr\u00fccke so: \u201eEs sah aus als sei eine Atombombe auf San Francisco gefallen und hier seien die \u00dcberlebenden zusammengekommen, um das Ende der Welt zu erleben.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weil es keinen abgegrenzten Hubschrauber-Landeplatz gab, landete der Helikopter am Rand des Publikums. Band und Begleitung mussten sich durch die Menge hindurch zum Backstage-Bereich bewegen und bekamen so einen unmittelbaren Eindruck von der aggressiven und dystopischen Stimmung auf dem Gel\u00e4nde. Sie waren kaum aus dem Hubschrauber geklettert, da attackierte ein junger Mann Mick Jagger. Er schrie \u201eIch hasse dich!\u201c und schlug ihm mit geballter Faust auf den Mund. W\u00e4hrend seine Begleiter den Mann zu Boden rangen, ergriff Ronnie Wood den Arm des geschockten S\u00e4ngers und lotste ihn eilig in die Sicherheit des hinteren B\u00fchnenbereichs.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"375\" height=\"500\" src=\"https:\/\/muzikquest.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/rolling-stones-altamont-1969-6.webp\" alt=\"\" class=\"wp-image-302\" srcset=\"https:\/\/muzikquest.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/rolling-stones-altamont-1969-6.webp 375w, https:\/\/muzikquest.de\/wp-content\/uploads\/2026\/07\/rolling-stones-altamont-1969-6-225x300.webp 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 375px) 100vw, 375px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Je l\u00e4nger das Konzert dauerte, desto trunkener und aggressiver wurden die Biker. Sie schlugen wahllos auf das Publikum ein und pr\u00fcgelten sich auch untereinander. Gewaltt\u00e4tige \u00dcbergriffe h\u00e4uften sich, und die Hells Angels, die sich auf und vor der B\u00fchne eingerichtet hatten, schreckten selbst vor Angriffen auf die Musiker nicht zur\u00fcck. Eins der Opfer war Marty Balin, der S\u00e4nger der Jefferson Airplane. Ein Hells Angel schlug ihn auf der B\u00fchne bewusstlos. Als Sam Cutler den Hells Angel so weit beschwichtigt hatte, dass er sich am Ende sogar bei Marty Balin entschuldigen wollte, ging der S\u00e4nger wutentbrannt auf den Biker los, der ihn daraufhin erneut auf die Bretter schickte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In diesem Klima der Gewaltsamkeit eskalierte die Situation weiter. Als die Rolling Stones schlie\u00dflich gegen Abend auf die B\u00fchne kamen, hatten der Mangel an allem \u2013 ausreichende medizinische Versorgung, sanit\u00e4ren Einrichtungen, selbst Nahrungsmitteln \u2013 in Verbindung mit schlechten Drogen, die auf dem Gel\u00e4nde verkauft wurden, eine Atmosph\u00e4re geschaffen, die Festivalbesucher sp\u00e4ter als alptraumhaft und chaotisch beschrieben. Die Hells Angels hatten sich zu einer undurchdringlichen Mauer vor und auf der B\u00fchne formiert, die das Publikum in Schach halten sollte \u2013 doch stattdessen sch\u00fcrten sie nur noch mehr Aggression. Irgendwann in der D\u00e4mmerung, w\u00e4hrend die Band \u201aUnder My Thumb\u2018 spielte, drang ein junger Mann namens Meredith Hunter mit gez\u00fccktem Revolver in Richtung B\u00fchne vor. Die Hells Angels reagierten sofort. Einer von ihnen, Alan Passaro, erstach Hunter mit einem Messer. Der gesamte Vorfall, wie Hunter zu Boden ging, wie die Angels ihn weiter tratten und stachen, bis er regungslos liegen blieb, wurde von Filmkameras festgehalten. Meredith Hunter starb noch am selben Abend im Krankenhaus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sein Tod war nicht nur ein individuelles Drama, sondern das symbolische Ende einer \u00c4ra. Altamont wurde zum Grabstein der Flower-Power-Utopie, zum unausweichlichen Beweis, dass die Tr\u00e4ume von Frieden, Liebe und harmonischem Zusammenleben in der Realit\u00e4t eines gewaltt\u00e4tigen, von Kommerz und Chaos gepr\u00e4gten Jahrzehnts zerbrachen. Was in Woodstock noch wie ein Triumph der Jugendkultur gewirkt hatte, entpuppte sich in Altamont als ihre brutalste Desillusionierung. Die Siebziger Jahre brachen nicht mit Hoffnung an, sondern mit der ern\u00fcchternden Erkenntnis, dass das Paradies auf Erden eine Illusion war \u2013 und dass die Realit\u00e4t oft genug aus Blut, Gewalt und dem Scheitern gro\u00dfer Ideen bestand.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 6. Dezember 1969 starb der junge Meredith Hunter auf dem Speedway-Gel\u00e4nde im kalifornischen Altamont, niedergestochen von einem Hells Angel. Die Begleitmusik spielten die Rolling Stones. Sein Tod war \u00f6ffentlich, er wurde fotografiert, gefilmt und sp\u00e4ter in Kinos und Fernsehprogrammen vorgef\u00fchrt. Er markierte das Ende einer fl\u00fcchtigen Vision, romantisiert als der Sommer der Liebe. Der<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":true,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_feature_clip_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_post_was_ever_published":false},"categories":[32,33,36,54],"tags":[46,52,50,53,48,47,49,51],"class_list":["post-297","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-aktuell","category-archiv","category-meinung","category-popkultur-historie","tag-altamont-1969","tag-grateful-dead","tag-hells-angels","tag-jefferson-airplane","tag-let-it-bleed","tag-meredith-huntetr","tag-rolling-stones","tag-sonny-barger"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/muzikquest.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/297","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/muzikquest.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/muzikquest.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/muzikquest.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/muzikquest.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=297"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/muzikquest.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/297\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":308,"href":"https:\/\/muzikquest.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/297\/revisions\/308"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/muzikquest.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=297"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/muzikquest.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=297"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/muzikquest.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=297"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}